USA-Reise als finaler Höhepunkt im Projekt Virtual Exchange+

International zusammenzuarbeiten – wie fühlt sich das eigentlich an? Verschiedene Zeitzonen, verschiedene Sprachen, verschiedene Gewohnheiten, welche Rolle spielt das und wie geht man damit um? Im DAAD-Projekt Virtual Exchange+ konnten sich Studierende in transatlantischer Teamarbeit trainieren. Zunächst über zwei Semester hinweg rein virtuell und im November 2021 dann auch ganz präsent an der Wayne State University in Detroit in den USA.

Nico Portz, Student im Studiengang Technisches Innovationsmanagement, berichtet über seine Erfahrungen.

Wie hat sich Ihr Aufenthalt in den USA gestaltet?

Es gab einen Lehrplan und tägliche Lehrveranstaltungen mit Vorlesungen und Ausflugszielen, die in Gruppen wahrgenommen wurden. Nachmittags hatten die Studierenden Zeit, selbstständig die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten näher kennenzulernen.

Welche Lehrveranstaltungen waren in den Austausch eingebunden?

Bereits vor dem eigentlichen Austausch durften wir im letzten Semester im Vorlesungsfach Technologie und Nachhaltigkeitsmanagement mit der Wayne State University zusammenarbeiten. Im Rahmen dessen haben wir in kleinen Teams diverse Projekte zu den Sustainable Development Goals durchgeführt und präsentiert.

In den USA haben wir in verschiedenen Vorlesungen die sehr interessante Historie von Detroit näher kennenlernen dürfen, haben aber auch viel über das leider noch immer sehr tief verankerte Thema Rassismus in den USA und in Detroit erfahren.

Nicht nur die Hochschule Harz, sondern auch die Hochschule Ruhr West hat an dem Austausch teilgenommen. Gemeinsam haben wir spannende Vorträge und Rollenspiele zum Thema „Blue Engineering“ vorgestellt bekommen.

Von welchen Erfahrungen profitieren Sie am meisten?

Am meisten habe ich von den neu gesammelten kulturellen Erfahrungen profitiert. Der Austausch mit den US-amerikanischen Studierenden in Bezug auf das Studierendenleben war sehr interessant. Aber auch, die beeindruckende Historie der Stadt Detroit genauer kennenlernen zu dürfen. Insbesondere die wirtschaftliche und soziale Entwicklung waren sehr lehrreich.

Was hat Ihnen am Austausch am besten gefallen?

Am besten gefallen haben mir die spannenden Vorträge zu den wichtigsten sozialpolitischen Themen in Detroit. Dies beinhaltet einen Vortrag zum Thema Rassismus in den USA und einen Vortrag über die geschichtliche Entwicklung der Stadt. Zudem durften wir einen Ausflug in das Charles H. Wright Museum of African American History machen. Das verdeutlichte die Wichtigkeit dieser politischen Themen noch einmal.

Aber auch die Ausflüge zu den Sportevents (Basketball und NBA*) waren sehr spannend. Die Verankerung des Sports im Studierendenleben und der daraus resultierende Zusammenhalt der Studierenden waren sehr beeindruckend.

* National Basketball Association (Basketball-Profi-Liga in Nordamerika)

(Zeitpunkt des Interviews: 12/2021)

Ein Semester in Frankreich

Franziska absolvierte im Sommer 2019 ein Auslandssemester an der YSCHOOLS Troyes in Frankreich.

Wie sahen die ersten Tage in Frankreich aus?

Am Freitag, den 01.02.2019 bin ich mit dem Auto angereist und wurde direkt von einer Gruppe Studenten in Empfang genommen. Wir haben „Survival-Pakete“ für die ersten Tage bekommen und uns wurde erklärt, wie wir uns in Troyes zurechtfinden.

Am darauffolgenden Montag gingen die offiziellen Orientierungstage los. Bei einem gemeinsamen Frühstück konnte ich die vielen anderen Austauschstudenten und die Mitarbeiter des internationalen Office kennenlernen. Außerdem wurden die Tage genutzt, um organisatorische Gelegenheiten zu klären, wie z.B. Kurse anmelden oder wechseln.

Gab es viele Unterschiede zur Hochschule Harz?

Die Schule ist ca. gleich groß wie die Hochschule Harz, allerdings gibt es keinen weitläufigen Campus und man hält sich eher im Gebäude auf. Die Vorlesungen erinnern an Schulunterricht und weniger an klassische Vorlesungen, wie es aus Deutschland bekannt ist. Es gibt eine Anwesenheitspflicht und die aktive Mitarbeit ist ständig gefordert. In den Veranstaltungen wurden viele Vorträge von den Studierenden gehalten, welche dann zum Großteil in die Endnote mit einflossen. An Prüfungsleistungen gab es unterschiedliche Formate, von Vortrag über Hausarbeit bis hin zur schriftlichen Prüfung.

Wie sah deine Kurswahl während des Auslandssemesters aus?

Da ich keine Vorgaben seitens des TIM Studiengangs hatte, konnte ich meine Kurse frei wählen. Ich habe daher überwiegend Veranstaltungen aus dem Bereich der Betriebswirtschaftslehre belegt, um meine Kenntnisse in diese Richtung weiter auszubauen. Außerdem habe ich aus reiner Neugier einen Kurs zum Eventmanagement im Bereich Tourismus belegt.

Gab es viele Freizeitmöglichkeiten?

YSCHOOLS bietet einige Sportkurse an, welche gegen eine kleine Gebühr besucht werden können. Außerdem gibt es auch hier einen Fitnessraum auf dem Campus, der von allen Studierenden verwendet werden kann.

Ca. 1,5 Stunden mit dem Zug entfernt liegt Paris und es gab viele Möglichkeiten sich die Stadt oder Versailles anzusehen. Da ich ein Auto hatte, konnte ich oft die Gegend und andere Städte wie Reims oder Dijon erkunden. In der Champagner-Region durfte natürlich auch ein Champagner-Tasting nicht fehlen! Außerdem hat die Hochschule einen Trip ins Disneyland Paris für die Austauschstudenten organisiert.

In Troyes selbst konnte man sich sehr gut mit Freunden in Bars oder Bistros treffen. Bei gutem Wetter ging es an den Kanal und bei schlechtem ins Kino.

Wie lautet dein Fazit?

Ich würde das Auslandssemester jederzeit wiederholen! Ich habe sehr viele neue internationale Bekanntschaften gemacht und Vieles gelernt, sowohl fachlich als auch fürs Leben.

Daher lege ich es jedem Studierenden ans Herz, ein Auslandssemester zu machen!

(Zeitpunkt des Interviews: 08/2019)


Ein Semester in Finnland

Carl absolvierte im Winter 2018/19 ein Auslandssemester an der Lappeenranta University of Technology in Finnland.

Wie sind die ersten Tage in Finnland verlaufen?

Ich bin am Montag, den 27.08.2018 von Berlin nach Lappeenranta gereist. Vom Bahnhof in Lappeenranta wurde ich abgeholt und zum Wohnheim gefahren, an dem ich von meiner Tutorin in Empfang genommen wurde. Sie hat mir gezeigt, wo alles ist und mir noch Tipps für den Alltag gegeben. Am Dienstag ging dann die Orientierungswoche los und ich habe die anderen fünf aus meiner Tutorengruppe kennengelernt. In der Woche haben wir zusammen das Organisatorische gemacht, wie für die Kurse anmelden oder Bescheinigungen erhalten. Wir sind in der Zeit immer in einer anderen Mensa essen gegangen und haben so die Universität kennengelernt. Abends wurden immer Aktivitäten angeboten, um andere Studenten, die Universität oder die Stadt kennenzulernen. Dabei durfte natürlich die Sauna am See nicht fehlen.

Wie ist die Universität, gibt es viele Unterschiede zu der HS Harz?

Die Universität hat ca. 4700 Studenten und ist super ausgestattet. Die Lehre findet hier auf verschiedenen Wegen statt. Dabei gibt es Kurse mit Anwesenheitspflicht, aber auch welche, die ausschließlich online stattfinden. Das Niveau ist in etwa auf dem gleichen wie in Deutschland. Das Semester teilt sich in zwei Perioden mit jeweils einer Prüfungswoche. Je nach Kurs gibt es verschiedene Prüfungsformen, von Hausarbeiten/Learning Diary über Gruppenarbeiten, wöchentliche Tests bis hin zu normalen Klausuren.

Welche Kurse besuchst du während deines Auslandssemesters?

Ich besuche hauptsächlich Kurse aus dem Studiengang Global Management of Innovation and Technology, weil viele der Kurse gut die Inhalte vom TIM-Studiengang ergänzen. In der Kurswahl ist man sehr frei, so kann man auch Kurse aus der Informatik, der BWL oder anderen Disziplinen wählen. Die Veranstaltungen sind alle auf Englisch und die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt.

Gibt es ein großes Freizeitangebot, an dem du teilnehmen kannst?

Auf Grund der recht freien Zeiteinteilung, konnte ich bis jetzt gut reisen und das Land und die Nachbarländer erkunden. Wir sind von der Tutorengruppe einmal nach Helsinki gefahren und mit dem Erasmus Student Network (ESN) nach Sankt Petersburg. Der ESN bietet auch Fahrten nach Lappland an. Zudem war ich noch mit der Fähre in Tallinn und zwei weitere Male in Helsinki.
Und wenn man nicht auf Reisen ist, kann man in Lappeentranta in der Stadt im Café einen Kaffee trinken, Spaziergänge um den Saimaa See unternehmen, an einem der vielen Sportkurse oder an dem aktiven Studentenleben teilnehmen. In einigen Nächten bei klarer Sicht habe ich auch schon die Nordlichter gesehen, was sehr faszinierend war.

Was ist dein Fazit?

Mein Fazit ist positiv und ich kann es nur weiterempfehlen, in Finnland sein Auslandssemester zu machen. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen und viele internationale Freundschaften geschlossen.

(Zeitpunkt des Interviews: 01/2019)

Studiengang
Technisches Innovationsmanagement

Landschaft in Finnland
Landschaft in Finnland